🏡 Wie viel Haus kann ich mir leisten? Kaufgehalt und nötiges Einkommen 2026

📅 07.09.2026 - 📖 7 Min Lesezeit

Die ehrlichste Antwort auf diese Frage lautet: weniger, als die Bank dir leihen würde. Banken rechnen dir gern vor, was maximal drin wäre. Maximal heißt aber nicht sinnvoll, denn die teuerste Immobilie, die du gerade noch abbezahlen kannst, lässt dir nichts mehr übrig fürs Leben, für Rücklagen und für die Überraschungen, die ein Haus immer parat hat.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du dein Kaufgehalt selbst berechnest: Welches Einkommen du für welchen Kaufpreis brauchst, warum die 35-Prozent-Regel dein bester Schutz ist und welche Kosten die meisten Käufer beim Rechnen vergessen. Mit Tabelle zum Nachrechnen, Stand September 2026.

Die drei Stellschrauben deines Kaufgehalts

Ob du dir ein Haus leisten kannst, hängt von genau drei Größen ab:

Wer nur eine dieser Stellschrauben betrachtet, rechnet falsch. Zwei Haushalte mit identischem Einkommen können sich völlig unterschiedliche Kaufpreise leisten, wenn der eine 30 Prozent Eigenkapital mitbringt und der andere nur 10 Prozent.

Die 35-Prozent-Regel: Deine Belastungsgrenze

Die wichtigste Faustregel beim Hauskauf: Deine Kreditrate sollte dauerhaft nicht mehr als 30 bis 35 Prozent eures Haushaltsnettoeinkommens ausmachen. Viele Banken genehmigen bis 40 Prozent, manche sogar mehr. Genau das ist die Falle: Was die Bank durchreicht, frisst deine Lebensqualität auf.

Ein Beispiel: Bei 4.000 Euro Haushaltsnetto wären 40 Prozent eine Rate von 1.600 Euro. Dazu kommen Strom, Heizung, Versicherung, Grundsteuer und Instandhaltung. Am Monatsende bleibt dann weniger übrig als vielen Mietern. Die 35-Prozent-Grenze lässt dir dagegen Luft für Rücklagen, Urlaub und die unvermeidlichen Reparaturen.

Wer besonders sicher planen will, orientiert sich an 30 Prozent. Der Unterschied ist spürbar: Bei 4.000 Euro Netto sind das 1.200 statt 1.400 Euro Rate, das entspricht grob 15 Prozent weniger Kaufpreis. Klingt nach Verzicht, schützt dich aber davor, zum hausgemachten Sparzwang zu werden.

Die Einkommens-Tabelle: Welcher Kaufpreis zu deinem Netto passt

Die folgende Tabelle zeigt, welchen Kaufpreis du bei deinem Haushaltsnettoeinkommen stemmen kannst. Die Rechnung geht von 35 Prozent Belastung, einer 80-Prozent-Finanzierung, 3,6 Prozent Sollzins und 2 Prozent anfänglicher Tilgung aus. Das ergibt eine Annuität von 5,6 Prozent pro Jahr.

Haushaltsnetto pro Monat Maximale Rate (35%) Kreditsumme Möglicher Kaufpreis*
2.500 Euro 875 Euro ca. 187.000 Euro ca. 234.000 Euro
3.000 Euro 1.050 Euro ca. 225.000 Euro ca. 281.000 Euro
3.500 Euro 1.225 Euro ca. 262.000 Euro ca. 328.000 Euro
4.000 Euro 1.400 Euro ca. 300.000 Euro ca. 375.000 Euro
4.500 Euro 1.575 Euro ca. 337.000 Euro ca. 422.000 Euro
5.000 Euro 1.750 Euro ca. 375.000 Euro ca. 469.000 Euro
6.000 Euro 2.100 Euro ca. 450.000 Euro ca. 563.000 Euro

*Alle Werte gerundet. Annahmen: 80 Prozent Finanzierung, 3,6 Prozent Sollzins, 2 Prozent anfängliche Tilgung (Annuität 5,6 Prozent), Stand September 2026. Kaufnebenkosten und Eigenkapital kommen zusätzlich dazu, siehe unten.

Konkret heißt das: Für ein Haus für 375.000 Euro braucht ein Haushalt rund 4.000 Euro netto im Monat. Bei einem Einzelverdiener mit 3.000 Euro netto liegt die Schmerzgrenze dagegen schon bei etwa 280.000 Euro Kaufpreis, und das nur, wenn genug Eigenkapital für die Nebenkosten vorhanden ist.

Die Eigenkapital-Falle: Nebenkosten vergessen die meisten

Hier scheitern die meisten Kaufvorhaben, und zwar nicht an der Finanzierung, sondern am Eigenkapital. Denn die Bank finanziert in der Regel nur 80 bis 90 Prozent des Kaufpreises, die Kaufnebenkosten musst du fast immer komplett aus eigener Tasche zahlen:

Bei einem Haus für 400.000 Euro in Bayern ohne Makler sind das rund 22.000 Euro Nebenkosten, mit Makler im Norden schnell 50.000 Euro und mehr. Dazu kommt das Eigenkapital, das die Bank sehen will: Bei einer 80-Prozent-Finanzierung sind das weitere 80.000 Euro. Wer also ein 400.000-Euro-Haus kauft, sollte idealerweise über 100.000 Euro Eigenkapital mitbringen, sonst steigt die Rate spürbar über die Werte aus der Tabelle.

Die wichtigste Rechnung vor dem Hauskauf: Kaufpreis plus Nebenkosten plus Eigenkapitalpuffer. Erst wenn diese Summe steht, ist der Kaufpreis realistisch, nicht vorher.

Was Banken wirklich prüfen

Damit du weißt, worauf du dich einstellst: Banken rechnen deine Kreditfähigkeit streng nach Einkommen und Ausgaben. Relevant sind dabei:

Ein Tipp aus der Praxis: Hol dir vor der Besichtigungstour eine unverbindliche Finanzierungsbestätigung von deiner Bank oder einem unabhängigen Vermittler. Damit kennst du dein reales Budget, bevor du dich in ein Objekt verliebst. Das erspart die berühmte Situation, in der die Traumimmobilie 30.000 Euro über deinem Limit liegt.

Die versteckten Kosten: Rate ist nicht alles

Selbst wenn die Rate passt, ist die Rechnung noch nicht vollständig. Ein Haus kostet auch nach dem Kauf jeden Monat Geld, und diese Kosten sind bei Eigentümern höher als bei Mietern:

Wer diese Kosten ignoriert, plant sein Kaufgehalt zu optimistisch. Rechne sie am besten pauschal mit 2 bis 3 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat ein, dann bist du auf der sicheren Seite.

Das Wichtigste in Kürze

Deine Kaufgehalt-Checkliste:

1. Haushaltsnetto notieren und mit der Tabelle vergleichen: max. 35 Prozent für die Rate
2. Eigenkapital ehrlich beziffern: 20 Prozent vom Kaufpreis plus alle Nebenkosten
3. Nebenkosten je Bundesland prüfen: Grunderwerbsteuer 3,5 bis 6,5 Prozent, Notar und Grundbuch rund 2 Prozent, Makler bis 7,14 Prozent
4. Rate nicht mit Wohnkosten verwechseln: Instandhaltung, Grundsteuer und Versicherung einplanen
5. Finanzierungsbestätigung einholen, bevor du Besichtigungen machst

Die Frage ist nie nur, was die Bank dir leiht, sondern was du nach der Rate noch vom Leben hast. Wer bei 35 Prozent Belastung bleibt und die Nebenkosten aus Eigenkapital zahlt, kauft langfristig entspannt. Ob Kaufen in deiner Stadt überhaupt die bessere Wahl ist als Mieten, rechnest du am besten vor dem ersten Besichtigungstermin durch, etwa mit unserem Kaufen-oder-Mieten-Vergleich am Beispiel München.

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Keine Anlageberatung. Alle Berechnungen dienen der ersten Orientierung. Dieses Angebot stellt keine Anlageberatung dar und ersetzt keine professionelle Beratung durch Steuerberater, Anlageberater oder Rechtsanwalt. Keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit.